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FE-Simulation von Bewegungen und Beanspruchungen des menschlichen Bewegungsapparates

Therapeutische Maßnahmen der Präventiv- und Sportmedizin zur Vermeidung von Verletzungen und Verschleißerkrankungen und zur Rehabilitation nach Schädigungen des menschlichen Bewegungsapparats beruhen häufig auf empirischen Erfahrungen, wobei nicht selten eine grundlegende biomechanische Absicherung fehlt. Eine effektive und zukunftsorientierte Möglichkeit diese Lücke ohne aufwendige Experimente zu schließen, ist die Computersimulation von Bewegungen und Beanspruchungen des menschlichen Bewegungsapparats mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode (FEM). Dazu werden die aus Computertomographiedaten erstellten FE-Netze  für die einzelnen Knochen, die ein Gelenk bilden, zu FE-Modellen zusammengesetzt. Hierbei werden u.a. die Kontaktbedingungen zwischen den Knochen und die kinematischen Kopplungen der Knochen durch den Bandapparat berücksichtigt.

Die Einführung unterschiedlicher Randbedingungen für alltägliche oder sportliche Belastungen ermöglicht eine Analyse der Kinematik und der Beanspruchungen des menschlichen Bewegungsapparats für diverse Aspekte der Präventiv- und Sportmedizin. Außerdem sind mit Hilfe solcher FE-Modelle auch präoperative Studien zu den möglichen Auswirkungen geplanter chirurgischer Eingriffe möglich. Schwerpunkt der Studien ist die biomechanische Analyse des Kniegelenks. Gerade das Kniegelenk betreffend gibt es von Seiten der Präventiv- und Sportmedizin eine Vielzahl von Fragestellungen zur Vermeidung von Verletzungen und Verschleißerkrankungen und zur Rehabilitation nach Schädigungen.

  Spannungsanalyse bei der Kniebeuge
   

Abb. 1: Spannungsanalyse bei der Kniebeuge

 

Mit Hilfe von zwei- (Abb. 1) und dreidimensionalen (Abb. 2) FE-Simulationsmodellen

werden für das Kniegelenk folgende globale Ziele angestrebt:

  • Abschätzung von Verletzungsrisiken,
  • Abschätzung von Fehlbelastungen,
  • Reduzierung der Anzahl der Kniegelenkverletzungen,
  • Vermeidung von Gelenkverschleiß,
  • Verbesserung vorhandener Behandlungsmethoden sowie -hilfen und der Heilungschancen nach Verletzungen,
  • Ableiten von Hinweisen für Kreuzbandoperationen,
  • Erreichen der vollen Funktionsfähigkeit nach Verletzungen,
  • Vermeidung von Folgeschäden nach medizinischen Eingriffen bzw. die Begrenzung von Krankheitsfolgen und
  • Optimierung von Rehabilitationsmaßnahmen.

Sind Verletzungen oder Verschleiß bereits aufgetreten, dann sind häufig Operationen mit Einsatz von Implantaten oder Prothesen notwendig. Alle diese Maßnahmen erfordern im allgemeinen individuelle, patientenabhängige Lösungen. Deshalb werden die Finite Elemente Modelle aus Computertomographiedaten erstellt.

Die FE-Simulation ermöglicht die Berechnung von Bewegungen, Kontaktspannungen, Knochenbeanspruchungen und Verformungen für menschliche Gelenke. Die entwickelten Methoden und die gewonnen Erkenntnisse sind für Sportwissenschaftler, Sportphysiotherapeuten, Sportmediziner, Orthopäden, Chirurgen und Radiologen von größter Bedeutung, wie u.a. die enge Zusammenarbeit mit Vertretern dieser Gruppen zeigt.

  Bewegungsstudie eines menschlichen Knies
   

Abb. 2: Bewegungsstudie eines menschlichen Knies

Veröffentlichungen:

  • G. Kullmer, H. A. Richard, M. Grießer:
    Neuentwicklung eines Prothesenkniegelenks auf der Basis biomechanischer Studien des menschlichen Kniegelenks
    In: Tagungsband, 2. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Biomechanik, 2001,
    S. 139-140
     
  • G. Kullmer, J. Weiser, H. A. Richard:
    Motion and stress analysis of the human knee joint using the Finite Element Method
    In: J. Middleton, N. G. Shrive, M. L. Jones (Eds.): Computer Methods in Biomechanics & Biomedical Engineering - 4, 2001, CD-ROM Proceedings of the 5th International Symposium on Computer Methods in Biomechanics & Biomedical Engineering, Rome, Italy, 2001.
     
  • G. Kullmer, J. Weiser, H. A. Richard:
    Simulation von Bewegungen und Beanspruchungen des menschlichen
    Kniegelenks mit der FEM
    .
    In: K. Panreck, F. Dörrscheidt (Eds.): ASIM2001,
    Simulationstechnik, 15. Symposium in Paderborn, 2001, S. 523-528.
     
  • G. Kullmer, J.  Weiser, H. A. Richard, V. Figge:
    Preoperative Finite Element simulation for a forearm with pathologically deformed forearm bones
    In: J. Middleton, N. G. Shrive, M. L. Jones (Eds.): Computer Methods in Biomechanics & Biomedical Engineering - 4, 2001, CD-ROM Proceedings of the 5th International Symposium on Computer Methods in Biomechanics & Biomedical Engineering, Rome, Italy, 2001.

 

Ansprechpartner: PD Dr.-Ing. Gunter Kullmer

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